Sprachen der Welt: Heute - Aramäisch

Die aramäischen Sprachen sind eine Untereinheit der semitischen Sprachen und wurden ursprünglich in Irak, Iran, Israel, dem Libanon, Syrien und der Türkei gesprochen. Heute zählt Aramäisch zu den bedrohten Sprachen, die nicht mehr viele Menschen sprechen.

Bekannt wurde das Aramäische unter anderem durch das Christentum. Denn laut Bibel und Wissenschaft ist Aramäisch die Sprache, die wohl Jesus im Alltag gesprochen hat.

Aus dem Altaramäischen, das sich seit ca. 1000 vor Christus nachweisen lässt, haben sich im Laufe der Zeit das Reichsaramäisch, Mittelaramäisch, das klassische Aramäisch und Neuaramäisch gebildet.

Die Schrift besteht ähnlich dem Hebräischen aus Konsonantenzeichen, die ggf. mit Matres Lektionis verbunden werden, die dann mit phonetisch ähnlichen Vokalen gelesen werden.

Heute wird Neuaramäisch nicht mehr von vielen Muttersprachlern gesprochen. Es sind meist kurdische Juden, die die Sprache noch aktiv im Alltag nutzen. In den anderen orientalischen Ländern haben nach und nach das Arabische, das Persische und andere Sprachen Aramäisch vertrieben.

Heute wird es teilweise noch als Sakralsprache in jüdischen und christlichen Gemeinden unter anderem in Syrien verwendet, die Schriftsprache ist so gut wie nicht mehr genutzt. Nach dem Verbot die Sprache in der Türkei zu unterrichten, dem Irakkrieg und dem Einmarsch des IS in Syrien, werden es immer weniger Aramäisch Sprechende. Nach Flucht aus vielerlei Gründen der Menschen der sowieso schon kleinen Sprachinseln, ist die Sprache inzwischen vom Aussterben bedroht. Meist wird sie noch in Russland, Europa, Australien und Amerika in kleinen Gemeinschaften emigrierter Flüchtlinge gesprochen. Dort gleichen sich die Menschen aber zunehmend an die dortigen Sprachen an. Die Schätzungen gehen auf ca. 50-70.000 Aramäisch-Sprechende auf der ganzen Welt.

Doch noch ist das Aramäische nicht tot, wie von manchen angenommen. Etwas populärer wurde es wieder durch Mel Gibsons Film „Passion Christi“. Dort wird zwar eine krude Mischung verschiedener Arten des Aramäischen gesprochen, das zusätzlich noch einige Grammatikfehler enthält, trotzdem wurde die Sprache so wieder in den Fokus vieler Menschen gerückt.

Ebenso wie dies ein Großteil der Schweizer Radiosender 2014 mit einem Aramäischkurs im Radio tat. In ihren Werbeblocks wurde unter anderen der aramäische Satz „Schlomo, aydarbo hat?“, zu deutsch „Hallo, wie geht es dir?“, propagiert.

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